Product category: Spiegelreflexkamera
Manufacturer: Canon
Model: EOS 5Ds
Web site: https://www.canon.de
Price: ab EUR 3.499,00
Rating: 5 out of 5

 

Erster Eindruck – Handling, Meeeeegapixel und Design

In goldener Schrift prangert „5Ds“ wo früher nur „5D“ stand und der mitgelieferte Kameragurt beinhaltet ebenfalls in goldener Schrift den Schriftzug „Canon EOS 5Ds“. Ganz schön Aufdringlich? Exakt! Genau so wirken 50 ,6 Megapixel.

Canon EOS 5Ds by PhotoWaldes

© by PhotoWaldes

In zahlreichen Tests habe ich immer wieder die Frage gelesen, was soll ein Anwender, der nicht auf A0 drucken möchte mit 50 Megapixel anfangen. Ich für meinen Teil freue mich über 50 Megapixel und die Möglichkeiten die sich mir damit bieten. Auch mal auf Ausschnitte zurückgreifen, wenn ein Foto mal nicht so gelingt wie angedacht. Und selbst wenn ich die Megapixel nicht täglich benötige, habe ich mit 8.688 x 5.792 Pixeln dennoch immer einen Trumpf im Ärmel 😉

Die Handhabung erinnert schwer an die Canon 5D Mark III und genau so fühlen sich die Knöpfe auch an. Die Einarbeitung hat praktisch nicht stattfinden müssen, die Einstellungen sind ähnlich und lassen dem erfahrenen Fotografen auch wenig Wünsche übrig. Mit seinen 845 Gramm ist die Kamera kein Leichtgewicht und als reine Urlaubskamera nicht gerade geeignet. Canon richtet sich mit dieser Kamera nicht wirklich an die Urlaubsfotografen, sondern an Semi- und Professionals. Aus diesem Grund ist das Gewicht entsprechend und das Design auch stark erinnernd an die Canon 5D Mark III. Einen Unterschied zur Canon 5D Mark III im Handling? Wer den goldenen Schriftzug im Nacken spürt, wird auch am Handling etwas spüren 😉

Canon EOS 5Ds by PhotoWaldes

© by PhotoWaldes

Zweiter Eindruck – Neuerungen

Videos kann die 5Ds auch, allerdings kein 4K. Es können 1080p-Videos mit 24, 25 oder 30 Bildern aufgezeichnet werden. Das Videomaterial wird dann gezielt auf die CF Speicherkarte gespeichert, da sich die Datenmenge schneller dort ablegen lässt als auf einer SD Karte.

Einen Flaschenhals kann die SD Speicherkarte bei Serienbildern darstellen. Bei der Canon 5Ds werden die RAW Bilder nicht mehr mit „nur“ 20-30 MB geschrieben, sondern mit 40-55 MB. So viele Details und Pixel benötigen eben Speicher. Eine große Speicherkarte ist daher Pflicht. Auch die Einstellung ob sie die RAW Files immer doppelt auf SD und CF Karte gespeichert haben möchten, sollte man sich reiflich überlegen, da die SD Karten langsamer als CF Speicherkarten sind.

Canon EOS 5Ds by PhotoWaldes

© by PhotoWaldes

Enttäuschend war für die Wartenden bereits nach Ankündigung der Kamera, dass kein GPS und WIFI in der Kamera verbaut sind. Diese Module lässt sich Canon gut bezahlen und können dann auf dem Blitzschuh angebracht werden. Dass diese Module bereits in Kameras der unteren Mittelklasse vorhanden sind, muss man nicht erwähnen. Aktuell wurde die Canon 5D Mark IV mit verbauem GPS und WIFI vorgestellt. GPS und WIFI wird aber auch nicht von allen Semi- und Profifotografen benötigt – hier zählt Bildqualität und Flexibilität, weshalb die 5Ds dennoch nicht als uninteressant gilt.

50 Megapixel mit teurer Optik

Die 50 Megapixel lassen sich nicht immer ganz ausnutzen. Nicht nur bei sehr hohen Isowerten jenseits der 6400 können die vielen Megapixel zum Nachteil werden, auch mit Objektiven, die nicht für so hohe Megapixel geeignet sind. Geschossene Bilder wirken dann nicht mehr so scharf wie sie sein sollten. Es eignet sich also hier nicht nur in die Kamera zu investieren, sondern auch in die Objektive um das maximale herauszuholen.

Canon EOS 5Ds by PhotoWaldes

© by PhotoWaldes

Aber mal ehrlich, die Kamera wirkt solide in allen Belangen und die Bilder der 5D Mark III waren schon klasse und die Bilder der 5Ds versprechen noch mehr.

Fazit

Her mit dem Teil! Gesagt, Getan. Nach diesem Review war ich so angefixt, dass ich mich direkt für die Kamera entschieden habe. Megapixel hin oder her. Die Optionen die einem Fotografen gegeben werden sind einfach umwerfend! Zynische Zungen würden nun sagen, dass das Wesentliche dabei verloren geht. Ich denke mir jedoch, wenn ich mit nur einer Kamera eine Hochzeit fotografiere, dann kann ich auch beruhigter sein, wenn ich mal nicht nah genug ran komme und dennoch etwas Spielraum zum croppen habe. Das ist absolut Geschmackssache. Canon beschreibt die Megapixel mit folgenden Worten: „Der Vollformat-CMOS-Sensor mit 50,6 Megapixeln ist in der Lage, ein enormes Detailniveau aufzunehmen.“  – So ist es. Da ich von der Canon 5D Mark III komme, und die Vorzüge der Canon 5Ds kennen lernen durfte, möchte ich mittlerweile die Kamera nicht mehr missen. Klar ist, etwas mehr WIFI und GPS hätte sein dürfen, aber das wären nette Spielereien gewesen, die für die Canon 5D Mark IV aufgehoben wurden. Denn nicht vergessen, es gibt wieder eine Neue mit weniger Megapixel 😉

Kaufempfehlung? Absolut! Ein kleiner aber für mich deutlicher Unterschied hat sich zwischen die 5D Mark III und 5Ds geschoben, den ich jeden Tag aufs Neue lieben gelernt habe, wenn ich insbesondere mit beiden Kameras gleichzeitig unterwegs bin.

Herstellerangaben

BILDSENSOR

  • Typ: CMOS-Sensor (36 x 24 mm)
  • Pixel effektiv: ca. 50,6 MP
  • Pixel gesamt: ca. 53 MP
  • Seitenverhältnis: 3:2
  • Tiefpassfilter: integriert, feststehend
  • Sensorreinigung: EOS Integrated Cleaning System
  • Farbfilter: RGB-Primärfarben

VERSCHLUSS

  • Typ: elektronisch gesteuerter Schlitzverschluss
  • Verschlusszeiten: 30-1/8.000 s (halbe oder Drittelstufen), Langzeitbelichtung (B) (gesamter Verschlusszeitenbereich; tatsächlich verfügbarer Bereich hängt vom jeweiligen Aufnahmemodus ab)
  • Auslöser: elektromagnetischer Softauslöser

SUCHER

  • Typ: Dachkantprisma
  • Bildfeldabdeckung (vertikal/horizontal): ca. 100%
  • Vergrößerung: ca. 0,71fach
  • Austrittspupille: ca. 21 mm (ab Okularmitte)
  • Dioptrienausgleich: -3 bis +1 m-1 (Dioptrie)
  • Mattscheibe: feststehend
  • Spiegel: teilverspiegelter Schnellrücklaufspiegel (Durchlässigkeit: Reflexion 40:60, keine Vignettierung selbst mit EF 600mm 1:4)

LC-DISPLAY

  • Typ: 8,11 cm (3,2 Zoll) Clear View TFT-Display, ca. 1.040.000 Bildpunkte
  • Bildfeldabdeckung: ca. 100%
  • Betrachtungswinkel (horizontal/vertikal): ca. 170°